Das Mises-Depot in der Private Wealth Police: Warum Vermögensschutz heute mehr als klassische Diversifikation verlangt

Die klassischen Regeln der Geldanlage – breite Streuung, langfristiger Anlagehorizont und eine ausgewogene Mischung aus Aktien und Anleihen – sind weiterhin wichtig. Doch reichen sie aus, wenn nicht nur einzelne Märkte, sondern das Geld- und Finanzsystem selbst zum Risikofaktor wird?

Mit genau dieser Frage beschäftigte sich ein aktuelles Webinar der Vienna Life Lebensversicherung AG mit Rolf Klein und Hannes Fahnberger. Im Mittelpunkt stand das von Rolf Klein entwickelte „Mises-Depot“ im Rahmen der Private Wealth Police (PWP) – ein Anlagekonzept, das klassische Vermögensallokation mit rechtlichen und geografischen Schutzmechanismen verbinden soll.

Vom Anlagerisiko zum Systemrisiko

Rolf Klein setzte in seinem Vortrag bewusst nicht bei einzelnen Aktien, Fonds oder Marktprognosen an. Ausgangspunkt war vielmehr eine grundsätzliche Analyse des heutigen Fiat-Geldsystems.

Hohe und weiter steigende Staatsverschuldung, strukturelle Haushaltsdefizite und eine über viele Jahre sehr expansive Geldpolitik haben aus seiner Sicht zu einer Situation geführt, in der Anleger nicht mehr ausschließlich Markt-, Zins- oder Unternehmensrisiken betrachten dürfen.

Hinzu kommen rechtliche und regulatorische Mechanismen, die in normalen Marktphasen kaum wahrgenommen werden, in Krisensituationen jedoch erhebliche Bedeutung gewinnen können.

Als Beispiele wurden unter anderem Collective Action Clauses bei Staatsanleihen angesprochen. Sie ermöglichen es unter bestimmten Voraussetzungen, Mehrheitsentscheidungen von Gläubigern auch gegenüber einzelnen widersprechenden Anleiheinhabern durchzusetzen.

Auch Regelungen wie § 314 VAG zeigen, dass selbst Versicherungsverträge in außergewöhnlichen Krisensituationen nicht vollständig losgelöst vom regulatorischen Umfeld betrachtet werden können.

Die entscheidende Frage lautet daher:

Wie kann Vermögen so strukturiert werden, dass nicht nur unterschiedliche Anlageklassen, sondern auch unterschiedliche Rechtsräume, Währungen und Vermögensarten berücksichtigt werden?

Das Mises-Depot: Diversifikation auf mehreren Ebenen

Das von Rolf Klein vorgestellte Mises-Depot folgt den Grundgedanken der Österreichischen Schule der Nationalökonomie.

Im Mittelpunkt steht dabei weniger die kurzfristige Maximierung von Rendite als vielmehr die Widerstandsfähigkeit des Gesamtvermögens gegenüber unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Szenarien.

Der vorgestellte Ansatz teilt das Portfolio vereinfacht in zwei große Bereiche.

Etwa die Hälfte des Vermögens soll in aktiv gemanagten und defensiv ausgerichteten Strategien investiert werden. Die andere Hälfte konzentriert sich stärker auf reale Vermögenswerte und monetäre Alternativen.

Dazu gehören insbesondere Edelmetalle sowie Anlagen in Währungen beziehungsweise Währungsräumen, die gegenüber Euro und US-Dollar eine zusätzliche Diversifikation ermöglichen können. Im Webinar wurden unter anderem der Schweizer Franken und die norwegische Krone thematisiert.

Der entscheidende Gedanke dahinter:

Diversifikation bedeutet nicht nur, viele verschiedene Wertpapiere zu besitzen.

Eine wirkliche Diversifikation sollte auch berücksichtigen, ob sich diese Vermögenswerte im Krisenfall tatsächlich unterschiedlich verhalten.

Warum Liechtenstein eine besondere Rolle spielt

Das Mises-Depot wird im vorgestellten Konzept nicht isoliert betrachtet, sondern innerhalb einer Private Wealth Police der Vienna Life umgesetzt.

Damit rückt neben der Vermögensanlage eine zweite Ebene in den Mittelpunkt: die rechtliche Struktur.

Liechtenstein nimmt hierbei eine besondere Position ein.

Das Land verfügt über eine außergewöhnlich solide Staatsfinanzierung und genießt international eine hohe Kreditwürdigkeit. Gleichzeitig bietet das liechtensteinische Versicherungsrecht besondere Strukturen für das innerhalb einer Lebensversicherung gehaltene Vermögen.

Gerade für Anleger, die nicht nur Rendite, sondern auch Vermögensschutz und Nachlassplanung berücksichtigen möchten, kann diese Kombination interessant sein.

Das Depot wird damit nicht lediglich zu einem Wertpapierkonto mit unterschiedlichen Fonds, sondern Teil einer umfassenderen rechtlichen und vermögensstrategischen Struktur.

Private Wealth Police als Vermögensstruktur

Die Private Wealth Police wurde nach Angaben der Referenten seit 2013 gemeinsam von Rolf Klein und Hannes Fahnberger beziehungsweise der Vienna Life weiterentwickelt.

Die Grundidee besteht darin, verschiedene Ziele innerhalb einer Struktur miteinander zu verbinden:

Vermögensverwaltung, Vermögensschutz, Nachlassplanung und langfristige steuerliche Gestaltung.

Gerade für größere Vermögen kann dieser ganzheitliche Ansatz entscheidend sein.

Denn viele Anleger beschäftigen sich intensiv mit der Frage, welche Aktien oder Fonds sie kaufen sollen. Wesentlich weniger Aufmerksamkeit erhält dagegen die Frage, in welchem rechtlichen Rahmen dieses Vermögen gehalten wird.

Dabei kann gerade dieser Rahmen langfristig erhebliche Auswirkungen haben.

Edelmetalle innerhalb der Police

Ein interessanter Aspekt des Webinars war die große Auswahl an Edelmetallstrategien innerhalb der Vienna-Life-Struktur.

Hannes Fahnberger erläuterte, dass mittlerweile rund zwei Dutzend unterschiedliche Edelmetallfonds zur Verfügung stehen.

Diese unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihrer Struktur und der Lagerorte der zugrunde liegenden Edelmetalle.

Genannt wurden beispielsweise Lagerstätten in der Schweiz, London, New York und auf Jersey.

Für Anleger eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, auch innerhalb einer Versicherungsstruktur geografisch zu diversifizieren.

Dies ist ein Punkt, der bei klassischen Depotlösungen häufig nur eingeschränkt berücksichtigt wird.

Transparenz gegenüber den Steuerbehörden

Auch steuerliche Fragen wurden im Webinar offen angesprochen.

Eine Private Wealth Police in Liechtenstein bedeutet selbstverständlich nicht, dass das Vermögen außerhalb der steuerlichen Transparenz liegt.

Liechtenstein nimmt am internationalen automatischen Informationsaustausch teil.

Die Existenz entsprechender Verträge beziehungsweise Konten wird daher grundsätzlich an die zuständigen Steuerbehörden gemeldet.

Gleichzeitig bleibt die konkrete Vermögensstruktur innerhalb der Police eine eigene Ebene.

Für Anleger ist dieser Unterschied wichtig: Vermögensschutz und internationale Strukturierung dürfen nicht mit steuerlicher Intransparenz verwechselt werden.

Eine seriöse internationale Vermögensstruktur muss heute grundsätzlich innerhalb der geltenden steuerlichen Melde- und Dokumentationspflichten funktionieren.

Ein Webinar für Finanzprofis

Der Vortrag richtete sich erkennbar nicht an Einsteiger.

Begriffe wie Korrelation, Sharpe Ratio, Wegzugsbesteuerung, Collective Action Clauses oder Sondervermögen beziehungsweise Sondermasse wurden nicht nur am Rande erwähnt, sondern in den Gesamtzusammenhang der Vermögensstrukturierung eingeordnet.

Auch die Fragerunde zeigte den professionellen Charakter der Veranstaltung.

So wurde unter anderem diskutiert, welche Benchmarks für den Vergleich des Mises-Depots sinnvoll sind und ob bestimmte norwegische Aktienfonds innerhalb der PWP verfügbar sind.

Damit ging das Webinar deutlich über eine reine Produktvorstellung hinaus.

Zwei Perspektiven ergänzen sich

Interessant war auch die Rollenverteilung zwischen den beiden Referenten.

Rolf Klein übernahm den makroökonomischen und strategischen Teil. Als Ökonom, Publizist und langjähriger Finanzberater stellte er seine Sicht auf Geldsystem, Kapitalmärkte und Vermögensschutz vor und erläuterte daraus die Konstruktion des Mises-Depots.

Hannes Fahnberger ergänzte diese Perspektive aus Sicht der Vienna Life und erläuterte konkrete Produkt- und Strukturfragen.

Gerade diese Kombination machte das Webinar praxisnah: Auf die volkswirtschaftliche Analyse folgte unmittelbar die Frage, wie sich daraus eine konkrete Vermögensstruktur entwickeln lässt.

Vermögensschutz beginnt vor der Krise

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Webinars liegt möglicherweise weniger in einem bestimmten Fonds oder einer bestimmten Portfolioaufteilung.

Entscheidend ist vielmehr ein strategischer Gedanke:

Vermögensschutz lässt sich nicht erst organisieren, wenn eine Krise bereits eingetreten ist.

Wer sein Vermögen gegen unterschiedliche wirtschaftliche, monetäre und politische Szenarien absichern möchte, muss die Struktur in ruhigen Zeiten aufbauen.

Dabei sollten mindestens vier Ebenen betrachtet werden:

die Anlageklassen, die Währungen, die geografische Verteilung und der rechtliche Rahmen.

Genau an dieser Stelle verbindet das Konzept des Mises-Depots die Prinzipien der Österreichischen Schule mit der liechtensteinischen Versicherungsstruktur der Private Wealth Police.

Fazit

Das Webinar von Vienna Life mit Rolf Klein und Hannes Fahnberger zeigte einen Ansatz, der deutlich über klassische Anlageberatung hinausgeht.

Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, welcher Markt im kommenden Jahr die höchste Rendite liefern könnte.

Stattdessen lautet die zentrale Frage:

Wie muss Vermögen strukturiert sein, damit es auch unter außergewöhnlichen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen möglichst robust bleibt?

Das Mises-Depot versucht darauf eine Antwort zu geben – durch die Kombination defensiver Anlagestrategien, realer Vermögenswerte, unterschiedlicher Währungen und eines rechtlichen Rahmens in Liechtenstein.

Gerade für Unternehmer, vermögende Privatpersonen und Finanzberater dürfte dieser Ansatz interessant sein.

Denn in einer Welt hoher Staatsverschuldung, geopolitischer Spannungen und zunehmender Regulierung wird Vermögensmanagement zunehmend auch zu einer Frage der Vermögensarchitektur.

Präsentation zum Thema
https://blog.rk-insight.de/praesentation/Praesentation

Bitte schauen Sie sich auch mein YouTube-Video an unter:
https://youtu.be/mmTwrUmN-7I

Der Finanzplatz Liechtenstein und die Private Wealth Police der Vienna-Life Lebensversicherung AG (www.vienna-life.li) gehören, bei richtiger Vertragsgestaltung, heute zu den wirkungsvollsten Bausteinen einer Vermögensschutz-Strategie für  Generationen, die auch zukünftigen politischen Entwicklungen standhält.

Wichtiger Hinweis: Bei dem verfassten Text handelt es sich um die persönliche Meinung des Autors. Er stellt weder eine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung noch eine Beratung dar. Beratungen können immer nur persönlich erfolgen. Wenn Sie eine Beratung wünschen, nutzen Sie bitte eine der folgenden Möglichkeiten: das Kontaktformular unter https://blog.rk-insight.de/kontakt/, schreiben Sie mir eine E-Mail an klein@rk-insight.de oder rufen Sie mich unter 0 21 51 / 31 31 48 an.